
Lernen ist ein komplexer Vorgang, der von vielen Faktoren abhängig ist. Eine Schlüsselrolle spielen die Lehrpersonen: Sie vermitteln nicht nur Fachwissen, sondern üben mit den Kindern auch das Lernen an sich. Unsere Lehrmittel unterstützen sie dabei.
Im Blogbeitrag «Wie lernen Kinder am besten?» haben wir uns mit der Frage auseinandergesetzt, welche Bedingungen das Lernen fördern. Eingeflossen sind Erkenntnisse aus der Forschung sowie aus dem Schulalltag und es hat sich gezeigt, dass Lernen ein individueller und zugleich sozialer Prozess ist, der auf unterstützende Rahmenbedingungen angewiesen ist.
Für solche Rahmenbedingungen sind nicht nur die Schulen verantwortlich, sondern auch das Elternhaus, die Gesellschaft und die Politik. Eine besonders wichtige Rolle im schulischen Lernen nehmen selbstverständlich die Lehrpersonen ein: Sie vermitteln nicht nur Fachwissen, sondern sorgen auch für eine Umgebung, in der das Lernen gelingen kann. Sechs Impulse für den Unterricht zeigen, wie die Theorie in der Praxis umgesetzt wird.

Neues Wissen knüpft immer an bereits vorhandenes Wissen an. Im Unterricht gilt es, dieses sichtbar zu machen und neue Themen damit in Verbindung zu bringen. Durch das wiederholte Aufgreifen bekannter Inhalte wird vorhandenes Wissen aktiviert und erweitert.

Diesem Ansatz folgen auch spiralcurriculare Lehrmittelreihen wie «Deutsch». Die Reihe basiert auf einem durchgängigen Gesamtkonzept, das einen progressiven Aufbau von Kompetenzen ermöglicht. So baut «Deutsch» beispielsweise die Lesekompetenz systematisch über die gesamte Volksschule auf – vom ersten Kontakt mit Zeichen und Schrift im Kindergarten bis zum Verstehen komplexer Sachtexte in der 9. Klasse.
Am besten lernt man, wenn man sich wohlfühlt. Wer Lernen mit Freude, Selbstwirksamkeit und Erfolgserlebnissen verbindet, lernt lieber und leichter – negative Gefühle wie Angst oder Frustration hingegen erschweren es. Eine positive Atmosphäre in der Klasse, verlässliche Routinen und Rituale sowie eine gute Beziehung zwischen Kindern und Lehrpersonen sind Gold wert.

Eine gute Fehlerkultur schafft eine Lernatmosphäre, in der Ausprobieren und Scheitern möglich sind. Durch Fragen, Experimentieren und Diskutieren eigenen sich Menschen Wissen an – Fehler, Misserfolge und Umwege gehören dabei dazu. Selbstkritische Reflexion und gute Rückmeldungen sind oft bessere Lernchancen als fehlerfreies Arbeiten.
Wenn Schülerinnen und Schüler an ihre Erfahrungen und ihre Lebenswelt anknüpfen können, fällt es ihnen leichter, neue Informationen einzuordnen und zu verstehen. Aufgaben mit Bezug zum Alltag animieren zum Entdecken und selbstständigen Lernen.

Unsere Lehrmittel stellen deshalb möglichst oft einen Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler her. So arbeitet das Französischlehrmittel «dis donc!» mit authentischem Inputmaterial: Lesetexte aus Jugendmagazinen oder dem Internet, Hördokumente oder Filmbeiträge werden kaum didaktisiert, sondern als Beispiele aus der Lebenswelt der Jugendlichen bearbeitet. Um die Schülerinnen und Schüler zum Sprechen zu animieren, sind die Inhalte auf deren Interessen zugeschnitten – in «dis donc! 9» etwa werden die Gründung einer WG, ein Spielfilm oder das Leben von drei Jugendlichen in der Romandie thematisiert.
Kinder profitieren von Freiräumen, in denen sie selbstverantwortlich und selbstorganisiert einem Thema nachgehen können. Dabei tritt die Lehrperson stärker als Lernbegleiterin auf und weniger als Wissensvermittlerin. Ihre Unterstützung bleibt genauso wichtig. Schritt für Schritt übernehmen die Kinder die Verantwortung für ihr Lernen.

Das funktioniert schon im Kindergarten, wenn Kinder den Magnetismus erforschen, der im Lehrmittel «Kinder begegnen Natur und Technik» behandelt wird, und mit Magneten und verschiedenen Materialien experimentieren. Ältere Schülerinnen und Schüler, die mit dem Französischlehrmittel «dis donc!» oder den bald erscheinenden Englischlehrmitteln «Join In» und «Reach Out» arbeiten, setzen Gelerntes in längerfristig angelegten Aufgaben selbstständig um.
Viele Kinder brauchen Zeit, um passende Lernstrategien zu entwickeln. Sie müssen diese bewusst kennenlernen und erproben. Indem sie Lernstrategien explizit vermitteln, Lernziele transparent kommunizieren, Feedback geben und die Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Lernen reflektieren lassen, findet eine Auseinandersetzung mit dem Lernprozess statt.

Das Begleitheft des Lehrmittels «Mathematik Sekundarstufe I» enthält deshalb nicht nur eine Zusammenfassung der Theorie und kompakte Beispiele, sondern auch Platz, damit die Jugendlichen eigene Gedanken, Ideen oder Beispiele notieren und ihre Lernfortschritte reflektieren können. Es dient damit als Nachschlagewerk und Lernbegleiter.
Eine kurze Pause, frische Luft und eine Bewegungseinheit helfen, die Konzentration zu erhalten. Bewegung wirkt sich positiv auf Motivation und soziale Fähigkeiten aus und unterstützt so das Lernen.

Spielerisches Lernen entspricht dem natürlichen Lernen, insbesondere bei jüngeren Schülerinnen und Schülern. Erst ab etwa acht Jahren lernen Kinder gezielt und systematisch, davor eigenen sie sich viele Fähigkeiten spielerisch an.
Im Lehrmittel «Deutsch» wird Grammatik oft mit bekannten Spielen wie Memory oder Domino verknüpft. In «dis donc! 9» gehen die Jugendlichen in einem Browserspiel auf Räuberjagd und trainieren dabei ihre Französischkenntnisse. Auch «Kinder begegnen Natur und Technik» beinhaltet viele Ideen, um Natur und Technik spielerisch zu entdecken – etwa wenn Blätter, Tannzapfen und Beeren gesammelt, beschrieben und sortiert werden.
Lernen lässt sich nicht auf ein Patentrezept reduzieren. Umso wichtiger ist es, unterschiedliche Zugänge zu ermöglichen und Kinder auf ihrem individuellen Lernweg zu begleiten. Unsere Lehrmittel unterstützen Lehrpersonen dabei mit vielfältigen Aufgaben und Anregungen.